Naturparke

Naturpark
Elbhöhen-Wendland


Der Naturpark liegt zwischen der Lüneburger Heide und der Elbtalaue und ist mit 1.160 km2 Teil der Erlebnisregion Elbtalaue-Wendland. Er zeichnet sich durch eine Landschaft voller Kontraste aus. Hier urtümlicher Wald, dort Heide, Wiesen und andere Formen der Kulturlandschaft. Eine faszinierende Stille und natürliche Dynamik zugleich. Dazu kommt eine bunte Mischung aus Geschichte, Kultur, Kunst und Musik. Dies unterstreicht die Einmaligkeit der Region.

Rundlingsdörfer sind einzigartig
Reddebeitz und Meuchefitz, Mammoißel und Tolstefanz. Was wie eine magische Beschwörungsformel klingt, sind in Wirklichkeit Ortsnamen aus dem Naturpark Elbhöhen-Wendland. Die Namen zeugen von einer slawischen Besiedlung, die auf diese Weise ihre Spuren hinterlassen hat. Aber nicht nur die Namen der Dörfer sind etwas Besonderes und charakteristisch für die Region, auch ihre Form ist einzigartig: Rundlingsdörfer! Diese Siedlungsform ist im Naturpark besonders gut erhalten geblieben. Als Rundlingsdörfer werden Dörfer bezeichnet, bei denen die Häuser kreisförmig um den Dorfplatz angeordnet sind und der Ort normalerweise nur einen Zugang hat. Auf diese Weise entsteht eine ganz spezielle Atmosphäre. Die über 100 Rundlingsdörfer gehören als Rundlingslandschaft zur Deutschen Fachwerkstraße. Das Freilichtmuseum Wendlandhof im Rundlingsdorf Lübeln informiert über die Entstehung und Geschichte dieser einzigartigen Dörfer und gibt einen Einblick, wie ihre Bewohner gelebt und gearbeitet haben.

Das Grüne Band verbindet
Dass auch die jüngere Geschichte ihre Spuren hinterlassen hat, zeigt das Grenzland-museum in Schnackenburg. Lange Zeit lag die Region an der innerdeutschen Grenze. Seit vielen Jahren gehört der ehemalige Grenzstreifen jedoch zum länderübergreifenden Natur-schutzprojekt „Grünes Band“. Hier konnte sich in der Zeit der innerdeutschen Teilung eine große Artenvielfalt entwickeln. Heute verbindet das Grüne Band Menschen auf beiden Seiten des ehemaligen Eisernen Vorhangs.

Drawehn, Göhrde, Gartower Forst und Nemitzer Heide
Der Drawehn ist eine teils bewaldete, teils landwirtschaftlich genutzte, sehr abwechslungs-reiche Hügellandschaft im Westen des Naturparks. Trockentäler stehen hier im Kontrast zum Hohen Mechtin, der mit 142 Metern höchsten natürlichen Erhebung der Region. Der dortige Aussichtsturm bietet einen beeindruckenden Rundumblick bis weit in den Naturpark hinein. Im Norden liegt die Göhrde, ein ehemaliges kaiserliches Jagdrevier und eines der größten Mischwaldgebiete Norddeutschlands. Ein Höhepunkt ist hier die Brunft der Rothirsche im Herbst. Im Osten liegt der Gartower Forst, ein sehr abwechslungsreicher Nadelwald mit weitläufigen Heideflächen wie der Nemitzer Heide.

Angebote für Wanderer, Reiter und Radfahrer
Ein weitläufiges und gut ausgebautes Wegenetz lädt im Naturpark zum Wandern, Reiten und Radfahren ein. Für Wanderer bietet zum Beispiel der Wendland-Rundweg beste Voraus-setzungen. Der Wendland-Rundweg besteht aus mehreren Teilabschnitten: Im Norden schlängelt sich der Elb-Höhenweg (72 km) entlang der Elbe. Im Süden liegt der Wendenstieg (56 km), der eine Vielzahl von Rundlingsdörfern und die Nemitzer Heidelandschaft durch-quert. Im Westen verläuft der Wendlandweg (75 km) durch die Göhrde und den waldigen Höhenzug des Drawehn. Der kürzeste Teilabschnitt ist der Klötziestieg (27 km) im Nord-westen. Wie auch der Wendlandweg ist der Klötziestieg mit dem Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnet worden. Wandergastgeber am Wegesrand informieren über den weiteren Streckenverlauf und geben Auskunft über lokale Rundwanderwege und Übernachtungsmöglichkeiten. Für Ross, Reiter und Radfahrer sind ebenfalls abwechslungsreiche Wege vorhanden. Das Angebot an Reitstrecken reicht von der „Dünen-Achterbahn“ in Gartow über eine Sprungstrecke in der Nemitzer Heide bis hin zu ausgewiesenen Reitwegen durch den Gartower Forst oder dem Vier-Länder-Wanderritt. Für Wanderreiter stehen darüber hinaus eine Vielzahl von Rast-plätzen mit Paddocks zur Verfügung. Radfahrer können den Elberadweg entlang radeln oder 22 gut ausgeschilderte Rundtouren mit einer Länge von jeweils 30 bis 60 km erkunden. Aber auch der 190 km lange Vier-Länder-Grenzradweg bietet jede Menge Abwechselung.

Storch, Seeadler und Gänse
Der Naturpark ist Rückzugsgebiet für viele Vogelarten und ein Paradies für ornithologisch interessierte Besucher. Gerade im Herbst und Frühjahr können an Gewässern oder auch auf Stoppelfeldern Kraniche, Enten, Gänse und mit etwas Glück auch der Seeadler beobachtet werden. Eine klangvolle Atmosphäre entsteht, wenn die Kraniche zu hören sind und sie ihre Schlafplätze in den Abendstunden aufsuchen. Auch der Weißstorch ist hier in großer Zahl beheimatet. Wer diesen Vogel sehen und mehr über ihn wissen möchte, sollte der Ausschilderung der Deutschen Storchenstraße folgen.

Alternatives und Kreatives
Geprägt wird der Naturpark durch außergewöhnliche Kreativität, kulturelle Vielfalt und alternative Formen der Landwirtschaft. Viele freischaffende Künstler haben sich entlang der Elbe und im Wendland niedergelassen. Jedes Jahr zwischen Himmelfahrt und Pfingsten findet hier die Kulturelle Landpartie statt. Dann öffnen Maler, Bildhauer und andere Künstler ihre Ateliers und selbst in der Landschaft sind ihre Werke zu sehen. Land und Leute können während der Kulturellen Landpartie auf eine besonders beeindruckende Art kennen gelernt werden. Konzerte und Theatervorführungen finden oftmals in Scheunen statt. Die Region steht auch für alternative landwirtschaftliche Methoden. Neben der traditionellen Landwirt-schaft setzen die Landwirte auf ökologischen Anbau und Erneuerbare Energie. Biologisch angebaute Lebensmittel können oftmals direkt auf den bäuerlichen Höfen erworben werden und ein spezieller Reiseführer informiert über Wind-, Biogas- und Photovoltaikanlagen.

Ein Tag im Naturpark
Der ideale Ausgangspunkt zur Erkundung des Naturparks ist der Findlingspark Clenzer Schweiz. Eingebettet in die typischen Trockentäler der Endmoränenlandschaft symbolisiert das steinerne Archiv mehr als vier Milliarden Jahre Erdgeschichte. Ein spiralförmiger Weg führt durch die Erdzeitepochen von Kambrium bis Quartär. Wer Lust auf mehr einsame Natur hat, startet am Waldbad in Wittfeitzen zu einer 12 km Wanderung zum Hohen Mechtin, der mit 142 m der höchste natürliche Punkt des Naturparks ist. Die kleinen Walddörfer des Drawehn sind dabei von ganz besonderem Reiz. Auf dem Feldlilienpfad in Govelin im Norden des Naturparks erfährt der Gast auf einem 4,4 km langen Rundweg Wissenswertes über die Kulturlandschaft des Hohen Drawehn. Besonders beeindruckend ist die Tour während der Lilienblüte ab Mitte Juni. Ein Abstecher über die Fachwerkstädtchen Hitzacker, Dannenberg und Lüchow verführt die Besucher zum Schlendern durch kleine Gassen. Mehr Fachwerkarchitektur zeigen die Rundlingsdörfer der Region. Deren Geschichte und Besonderheiten finden anschauliche Erklärungen im Rundlingsmuseum Lübeln. Sie können aber auch einen Besuch in der 400 ha großen Nemitzer Heide einplanen. Wanderwege laden hier zum Spazierengehen, das Informationszentrum Heidehaus, in dem die drama-tische Entstehungsgeschichte der Heide dargestellt wird, zum Einkehren ein.


Daten und Fakten

Steckbrief
Rundlingsdörfer; Fachwerkstädte Dannenberg, Hitzacker und Lüchow; Kulturelle Landpartie; Nemitzer Heide; Waldgebiete Drawehn, Gartower Forst und Göhrde; Störche, Kraniche, Seeadler und Biber

Landschaftstypen
Eiszeitlich geprägte Kultur- und Naturlandschaft mit Fließ- und Stillgewässern, Laub- und Mischwäldern, Heideflächen sowie Acker- und Grünland

Lage
Der Naturpark liegt im östlichsten Zipfel Niedersachsens und umfasst den Landkreis Lüchow-Dannenberg sowie Teile des Landkreises Lüneburg.

Gründungsjahr
1968

Größe
116.000 Hektar

Höhenlage
30 bis 142 m ü. NN

Natur- und Landschaftsschutzgebiete
ca. 47 %


Wegenetz

Wanderwege
Wendland-Rundweg mit den Teilabschnitten Elb-Höhenweg, Wendenstieg, Wendlandweg, Klötziestieg; Rundwanderwege in der Nemitzer Heide, der Clenzer Schweiz und rund um Hitzacker

Reitwege
regionales Reitwegenetz mit Rastplätzen für Reiter und Pferd; Dünen-Achterbahn bei Gartow; Vier-Länder-Wanderritt

Radwege
Elberadweg, 22 ausgeschilderte Rundtouren mit einer Länge von 30-60 km durch den gesamten Naturpark, Vier-Länder-Grenzradweg


Informationen und Anreise

Anschrift
Naturpark Elbhöhen-Wendland e.V.
Königsberger Straße 10
29439 Lüchow (Wendland)
Tel.: (05841) 120 - 540
Fax: (05841) 120 - 509
E-Mail: naturpark@luechow-dannenberg.de
Internet: www.luechow-dannenberg.de

Tourismusbüros und -informationen:
Tourismus-Service-Center im Rundlingsdorf Lübeln
Rundling Lübeln 2
29482 Küsten
Tel.: 05841/ 96290
Fax: 05841/ 962929
E-Mail: info@elbtalaue-wendland.de
Internet: www.elbtalaue-wendland.de

Touristinformation Hitzacker
Am Markt 7
29456 Hitzacker (Elbe)
Tel.: 05862/ 96970
Fax: 05862/ 969724
E-Mail: hitzacker@elbtalaue-wendland.de
Internet: www.elbtalaue-wendland.de

Touristinformation Gartow
Nienwalder Weg 1
29471 Gartow
Tel.: 05846/ 333
Fax: 05846/ 2288
E-Mail: gartow@elbtalaue-wendland.de
Internet: www.elbtalaue-wendland.de

Anreise PKW
Von Hamburg über Lüneburg (A250) und von dort weiter in Richtung Dannenberg/Hitzacker (B216). Von Berlin über Ludwigslust (A24) und von dort weiter in Richtung Dömitz (B191). Von Hannover über Celle/Uelzen (B191) in Richtung Lüchow (B493). Von Süden über Wolfsburg (A39) und Salzwedel (B248) in Richtung Lüchow (B248). Von Magdeburg über Gardelegen und Salzwedel (B71) in Richtung Lüchow (B248)

Anreise Bahn
Von Hamburg über Lüneburg (ICE-Halt) und dann weiter nach Neetzendorf, Göhrde, Leitstade, Hitzacker oder Dannenberg. Von Berlin/Stendal bis Salzwedel oder Schnega. Von Uelzen bis Schnega oder Salzwedel


Links


http://www.deutsche-fachwerkstrasse.de

http://www.rundlingsmuseum.de

http://www.bund.net/gruenesband

http://www.museum-schnackenburg.de

http://www.wendland-rundweg.de

http://www.wanderfreunde-hitzacker.de

http://www.elberadweg.de

http://www.kulturelle-landpartie.de

http://www.findlingspark-clenzer-schweiz.de

http://www.lilienpfad.de

http://www.trebel.de

>> Bildergalerie


 Adresse
Naturpark Elbhöhen-Wendland
Königsberger Str. 10
29439 Lüchow (Wendland)
Deutschland
Tel. (05841)  120-540
Fax (05841)  120-509
>> eMail
>> zur Homepage
>> English Version  

 Alles über den Park

 Daten und Fakten
Bundesland/Region
Niedersachsen
Gründungsjahr
1968
Geographische Lage
Der Naturpark liegt im östlichsten Zipfel Niedersachsens und umfasst den gesamten Landkreis Lüchow-Dannenberg sowie Teile des Landkreises Lüneburg.
Größe
116.000 ha
Landschaftstypen
Eiszeitlich geprägte Kultur- und Naturlandschaft mit Fließ- und Stillgewässern, Laub- und Mischwäldern, Heideflächen sowie Acker- und Grünland.
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